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BIS AN DAS ENDE DER ZEIT - TEIL II

FAITH & TRUST & ?
I've got a secret can you keep it?
swear this one you will save
better lock it in your pocket
and take this one to the grave
because ....


Stur ist sie. Wie gestern. Wie heute. Wie gerade eben. Und ändern würde sie sich nicht, selbst wenn sie noch nicht zu alt war um sich zu ändern, im Gegenteil. Sie war eine junge, erwachsene, schöne und intelligente Hexe, die auch noch von einer alten und reinen Blutlinie abstammte. Doch war sie schon zu alt, um ihre negativen Charakterzüge in positive umzuwandeln. Zu alt, um die Ecken und Kanten abzuschleifen und um aus sich selber etwas Vollkommenes zu machen. Es war etwas in ihrem Inneren, gegen das sie nicht ankam oder vielleicht auch nicht ankommen wollte. Niemand vermochte das zu wissen, nicht einmal sie selber und im Grunde wusste sie wenig über sich, nur das, was ihr all die Jahre über mechanisch und stumpf eingetrichtert wurde. “Du bist eine ….! Sei stolz! Mache den Dunklen Lord und somit auch uns stolz …“. Nun. Wer oder was war die junge blonde Frau wirklich? Wer würde diese Frage wahrheitsgemäß beantworten, wenn nicht einmal sie selber es konnte. Jeder einzelne Mensch ob Muggel, Halbblut oder Reinblut, war in der Lage sich ein Bild ihres Charakter zu malen. Aber wer würde es zutreffend interpretieren. Sich damit auseinander setzen? Jeder konnte Vermutungen aufstellen und die Tochter der Delacrox auf eine bestimmte Art und Weiße einschätzen. Sie lieben oder hassen. Etwas dazwischen würde es nicht geben.

In ihrer Erinnerung kannte sie den Jungen, natürlich. Ihre Erinnerung an Demian war glasklar, doch das konnte er nicht wissen, denn sie hatte in getäusch. Der Dunkelhaarige war ihr aufgrund seiner Unauffälligkeit und dem geistreichen Scharfsinn, den er hin und wieder - und auch heute wieder - an den Tag legte, aufgefallen und im Gedächtnis der Schönen geblieben. Doch das kleine Spielchen, dass die Mademoiselle Delacrox geschickt spielte schien ihm nicht zu gefallen, im Gegenteil. Seine Augen verengten sich zu bedrohlichen Schlitzen, seine Stirn war in konzentrierte Falten gelegt. Dann fasste er sich wieder. Das Unbehagen war dennoch weiterhin präsent und umgab die zwei Schüler. Aber war es wirklich das einzige was diesem jungen und adretten Zauberer missfiel? Wahrscheinlich nicht. Weena hatte ihm nicht ihre Hand zur Begrüßung gereicht. Er, Demian, legte scheinbar großen Wert auf eine gepflegte und vollkommene Begrüßung. So auch die blonde Französin. Doch wer hatte gesagt, dass dieser Gruß sich bereits dem Ende geneigt hatte? Niemand hatte ihn beendet, er musste lediglich von Weena fortgesetzt werden und da der Zauberer ihr Gegenüber genau wusste wer sie war, musste sie sich nicht einmal mehr vorstellen, sondern die Tatsache nur noch bestätigen und ihm die Hand reichen. Doch bis es dazu kam müsste sich der Junge noch ein bisschen in Geduld üben. Ob er denn ein geduldiger Mensch sein, fragte sich das Mädchen. Sie, die Slytherin, würde die Begrüßung angemessen beenden und zwar dann, wenn sie es als angemessen erachten würde, ferner gab sie nicht einfach jedem x-beliebigen ihre Hand. Warum sollte sie auch? Doch der Ravenclaw zählte nicht mehr zu den x- Beliebigen. Außerdem war es in ihrem Interesse, noch eine Weile weiter so zu tun als ob. Doch die Schlange war sich mehr als sicher: Früher oder später würden beide Hände den Druck der jeweils anderen Hand zu spüren bekommen ungewiss war nur, ob in Frieden oder im Krieg. Wobei sich die Frage stellte, ob Demian ihr Freund oder ihr geliebter Feind sein würde.

Beide schienen nicht voneinander abgeneigt zu sein, so weit man es jedenfalls in diesem Moment beurteilen konnte, denn beide schienen das Interesse des jeweils anderen geweckt zu haben, ansonsten hätten sich die Wege des Raubvogels und die der Schlange schon längst getrennt, sie hätten sich wahrscheinlich nicht einmal gekreuzt. Beide hatten einen starken und selbstbewussten, aber schwer umgänglichen Charakter und wäre die Neugierde nicht, dann wüssten vielleicht beide nicht, dass es den anderen noch gab. Weena überließ Demian seinen Gedanken und der scheinbar aufkeimenden Enttäuschung darüber, dass sie sich nicht mehr an ihn erinnerte, was letztendlich nicht stimmte, aber das

konnte Demian ja - wie gesagt - nicht erahnen, oder vielleicht doch? Sie überließ ihn dieser Enttäuschung, denn was blieb ihr auch anderes übrig? Sollte die Schlange ihm lauthals lachend auf die Schultern klopfen und nach Luft ringend erklären, dass er nur ein kleiner Scherz ihrerseits war? Ein Scherz unter Freunden? Das sie sich natürlich noch an ihn erinnert. Wie sie ihn hätte vergessen können? Nein. Sicher nicht und irgendwas sagte der Mademoiselle auch, dass der Ravenclaw eine Reaktion dieser Art auch nicht von der Slytherin-Schülerin erwarten würde. Es wäre nicht ihre Art gewesen, etwas dieser Art zu tun. “Es war nicht geplant, dass Du Dich jetzt fühlst wie einer von vielen …” sprach sie in einem ruhigen, beinahe wispernden Ton und es klang wie das Flüstern des Windes. Vielleicht war es eine Art Entschuldigung, allerdings enthielt ihr Tonfall ebenso einen neckischen und sarkastischen Unterton; doch gehörten Sarkasmus und Ironie nicht zum gepflegten Humor der Intelligenten? Weena hoffte, Demian würde verstehen.

Weena beobachtete seine Bewegungen. Beobachtete seine Reaktionen, seinen Gesichtsausdruck, wie er seine schönen Hände wieder zurück in die Manteltaschen schob. Seine markanten Gesichtszüge. Weena studierte nur zu gerne jede einzelne Regung seiner Gesichtszüge und das blitzen seiner blauen Augen, die so viel mehr Wärme ausstrahlten, als die der Slytherin, die niemals auch nur halb soviel Wärme enthielten. Auf der einen Seite amüsierte es sie ihn zu beobachten, aber zugleich verwirrte er sie auch ein bisschen und wurde dadurch noch viel interessanter. Doch wie sie bereits einmal festgestellt hatte, hatte er sich gut unter Kontrolle und somit stellte er gleichzeitig eine gewisse Herausforderung für die Delacrox dar, der sie sich stellen würde.

Sowie Weena einige gemächliche Schritte zur Seite gemacht hatte, wandte auch Demian sich ab. Scheinbar hatte er erwartet, dass sie nun gehen würde. Doch diesen Gefallen würde sie ihm nicht zun. Es war ein Seitenwechsel, der in allerlei Hinsicht interpretiert werden konnte. Die Hexe legte den Kopf leicht schief und ihr flammender Blick musterte den Jungen ihr gegenüber fühlbar, nicht mehr über das leicht verstaubte Schaufenster sondern unmittelbar. Er sah sie nicht an, doch würde er - und dessen war sich Weena sicher - ihre Aufmerksamkeit bemerken. Er würde ihre Blicke spüren, nicht widerstehen und sich ihr wieder zuwenden. Ja, auf eine gewisse Art und Weiße fühlte sie sich mit dem Ravenclawjungen verbunden, vielleicht auch hingezogen. Aber vielleicht kam ihr das auch nur so vor. Er hatte schlicht und einfach ihr Interesse geweckt und ihre Beachtung für sich gewonnen; und wenn das ein Mensch schaffte, dann war er die Aufmerksamkeit der Delacrox wohl wirklich wert. Die Französin behielt Recht, denn bereits wenige Augenblicke später trafen sich die zwei Augenpaare der Hexe und des Zauberers und zwar nicht mehr über ein dreckiges Schaufenster, sondern real und direkt. Auge um Auge. Von seinem Abbild blickte sie nun in sein Gesicht, ebenso umgekehrt. Doch würde die Hexe des Hauses Slytherin das feine und wahre Gesicht offenbaren oder trug sie weiterhin ihre Maske? Zeigte sie weiterhin ein aufgesetztes Trugbild, dass vielleicht sogar für die Ewigkeit bestimmt war? Ein glänzendes Funkeln erschien in den klaren und bemerkenswerten blauen Augen der Slytherin und gleichzeitig schien es auch, als würde ein düsterer Schatten sich von ihrem Gesicht mit den ausgeprägten und ausdrucksstarken Zügen abheben und etwas anderes es erhellen. Demian selber musste, wenn er es denn auch wollte, raus finden, wer oder was sich hinter den heiß lodernden Augen der Hexe verbarg.

”Ist das so?”. Wieder das eigenartige, absondere Lächeln, welches die Lippen umspielte. Manch einen konnte das wissende und zugleich geheimnisvolle Spiel ihrer Lippen in den Wahnsinn treiben. Manch einen. Weena Delacrox fragte sich nun, was für ein Mensch der Zauberer ihr Gegenüber war. Sie kannte ihn, allerdings nur flüchtig. Unterhalten hatten sie sich hin und wieder einmal und Weena war von dem Gedankenaustausch bestimmt nicht abgeneigt gewesen, im Gegenteil. Sie empfand es immer als sehr anregend und einfach auch interessant sich mit dem Jungen aus dem Hause Ravenclaw zu unterhalten. Denn eine Unterhaltung machte er grundsätzlich immer möglich, was man von Weena nicht sagen konnte, die zu Beginn immer sehr sparsam mit ihren Worten umging. Sie hinterließ mit ihren Verhalten wahrscheinlich keinen guten ersten Eindruck bei Demian. Aber scherte sie sich wirklich darum? Vielleicht. Vielleicht auch nicht.

Er verlangte keine Antwort, dass erkannte Weena deutlich an seiner Stimme in der ein fester Tonfall mitschwang und selbst wenn, dann dürfte er von Weena nicht erwarten, dass sie ihm mit einer Antwort entgegenkommen würde und warum sollte sie sich rechtfertigen? Sie würde sicher nicht mit der Neuigkeit rausplatzen ”Ich erinnere mich an dich. Natürlich tue ich das!” und ihm lachend und freundschaftlich umarmen. Wie gesagt, es war nicht der Stil und die Art der Delacrox. Sie hüllte sich weiterhin in ein dezentes und für manch einen vielleicht sogar nervtötendes Schweigen, doch diesmal nicht mit der Absicht Demian Dragmire weiter zu verstimmen, sondern weil sie wusste, dass er noch etwas sagen würde. Aufmerksam lauschte sie seinen nächsten Worten, den Blick weiterhin fest auf ihn gerichtet. Doch mit jedem Wort schien ihre Mimik sich weiter zu erkalten und sich wieder zu verdunkeln. Sie reckte unweigerlich ihr Kinn in die Höhe, ebenso wie eine ihrer geschwungenen Augenbrauen, um ihre Verwunderung deutlich kundzutun. Ihre Miene verhärtete sich. Verspürte sie etwa durch diese Worte einen Stich im eiskalten Herzen? Ein Gefühl? Weena wusste, dass ihr Ruf ihr weit vorauseilte, natürlich, doch auch das kam ihr hin und wieder auch, aber wie gesagt nur hin und wieder. Denn es gab Situationen - und das war so eine - in der sie diese Tatsache mehr als störte. Mit dem Charakter der Delacrox musste man einfach umgehen können. Den Umgang zu erlernen war schwer, aber möglich. Man musste es können. Genauso wie ein auberer mit seinem Zauberstab umgehen können muss, um erfolgreich Magie ausüben zu können. Jedoch hatten die meisten Schüler entschieden, die Unberechenbare zu meiden, um sie “ihr Ding machen zu lassen”.
Aber was wollte Dragmire damit nun erreichen? Was hat er sich zum Ziel gesetzt? Das Erstaunen wich und eine herrischen sowie unverschämten Arroganz machte sich wieder auf ihren Gesichtszügen breit, gepaart mit einer gehörigen Portion von Misstrauen. Ihre Züge nahmen einen noch hochmütigeren Ausdruck an, wie immer, wenn jemand glaubte zu wissen, wie sie wirklich war. Ohne ein Wort zu sagen - was für eine Überraschung - hörte sie sich an, was Demian zu sagen und wandte unweigerlich plötzlich ihren Kopf zur offenen Seite des Dorpflatzes, ehe sie sich nach wenigen Momenten wieder dem Jungen zuwandte, um ihn anzusehen. Sie standen sich eine Zeit lang gegenüber, ohne ein Wort zu sprechen.
“Dann beobachtest Du mich also seit meiner Ankunft in Hogwarts?” Weena sprach langsam. Ruhig und gelassen. Sie selber war erstaunt über ihre Stimmlage, die weitaus weniger feindselig klang, als sie es befürchtet hatte, oder besser gesagt: Von sich erwartet hatte. Sie klang eher belustigt und vergnügt. Wahrscheinlich galt ihr Interesse mehr den so genannten verwegenen Dingen, die er über sie gehört hatte. “Verwegene Geschichten. Tatsächlich? Erzähle mir doch eine. Vielleicht werde ich dir dann ein Geheimnis verraten und dir sagen ob sie auf Tatsachen beruht, denn das ist es doch was Du willst, nicht wahr? Du und Deine Freunde?” Sie glaube sogar ein wenig enttäuscht von Demian zu sein, der sie scheinbar nur angesprochen hatte, um in Erfahrung zu bringen, was sie vielleicht getan hatte oder nicht. Vielleicht ging sie mit ihrer letzen Bemerkung ein kleines bisschen zu weit, da sie doch eigentlich wusste, dass Demian niemand war, der sich vorschicken lässt um etwas in Erfahrung zu bringen. Sie hatte ihn jedenfalls anders eingeschätzt. Gleich würde sie sicherlich eine Antwort erhalten, dann würde sie mehr wissen doch …

… geändert, hatte sich nichts.

... two can keep a secret if one of them is dead
19.1.10 22:55